DRAMAWERKSTATT
Jun
17

Bonnie und Clyde

Ein Stück für drei Schauspieler und einen Fluchtwagen

1D, 2H

UA: 28.01.2006, JES Stuttgart

Bonnie und Clyde entstand für das Junge Ensemble Stuttgart, wo es im Januar 2006 uraufgeführt wurde.
Regisseur Klaus Hemmerle, Musiker Frank Kuruc und die Schauspieler Anne Diemer, Matthias Hermann und Gerd Ritter ermöglichten diese besondere Form einer musikalischen Stückentwicklung.

Zum Stück

Sie sind wieder da. Bonnie und Clyde. Zwei gegen den Rest der Welt. Ein Paar für die Ewigkeit. Sie treffen sich. Sie lieben sich. Sie kämpfen sich durchs Leben.

Im Mittelpunkt des Geschehens stehen Bonnie Parker und Clyde Chestnut Barrow, die während der Weltwirtschaftskrise durch den Südwesten der USA reisten und eine Spur der Verwüstung hinter sich herzogen. Schätzungen zufolge waren sie verantwortlich für 13 Morde und ein Dutzend Bankraube. Hinzu kamen zahlreiche Überfälle auf Läden und Tankstellen.  

Anhand biographischer Daten und autobiographischer Zeugnisse zeichnet das Stück den Weg von Bonnie und Clyde vom ersten Kennenlernen bis zum gemeinsamen Tod im Kugelhagel am 23. Mai 1934. Dabei kontrastiert es den Mythos "Bonnie und Clyde" mit einer zweiten Ebene, einer Geschichte von heute, die von Judith, die eine Ausbildung bei einer Bank macht, und Steini, einem Polizisten, sowie dessen jüngeren Bruder Schneise, dem "Problemfall" der Familie handelt. Judith fühlt sich von dessen Abenteuerlust und nicht zuletzt seiner leicht kriminellen Ader angezogen, frei nach dem Motto "No risk, no fun".

Entstanden ist ein Stück voller Ironie, Komik und Träume auf der einen und wenigstens ebenso viel Brutalität, Verzweiflung und Schmerz auf der anderen Seite.

Pressestimmen

"Es ist unglaublich, wie viel Theater in 100 Minuten passen: eine Garage auf der Bühne wird zur Kaffeebar, wird zum Laden, wird zum Familientreffen, wird zur Straße, wird zur Verfolgungsjagd (...) `Bonnie und Clyde´ - das ist Action, Drama, pralles Leben auf der Bühne, gerade richtig, um Jugendliche fürs Theater anzumachen. Aber es ist mehr, weil Thomas Richhardt mehr daraus gemacht hat."
(SWR 2)

"Viele Szenen sind von atemberaubendem Witz und sorgen mit ihrer abgedrehten Albernheit für Verschnaufpausen. So etwa die Fluchtfahrt im Auto, bei der die blitzschnelle Verwandlungskunst der Schauspieler jeden Filmschnitt in den Schatten stellt."
(Esslinger Zeitung)

"Zwar sind sie schon vor über 70 Jahren im Kugelhagel der Polizei gestorben, aber totzukriegen sind Bonnie Parker und Clyde Barrow offenbar nicht. Das JES hat sich des Gangsterpärchens angenommen - und was Klaus Hemmerle da inszenierte, hat das Zeug zum Dauerbrenner."
(Ludwigsburger Kreiszeitung)

"In der Bühnenfassung `Bonnie und Clyde` geht es nicht nur in gestohlenen Schlitten kreuz und quer durch den Südwesten der USA, sondern schieben sich verschiedenste Figuren, Räume, Zeiten und Bedeutungsebenen ineinander. Der Dramaturg Thomas Richhardt hat eine kluge und anspruchsvolle Bühnenversion erarbeitet, die die Mittel des Theaters ausschöpft, um filmische Effekte sogar noch zu toppen. (...) `Bonnie und Clyde` beschwört und dekonstruiert den Mythos, schaut in die fernen Südstaaten und erzählt von heutigen Jugendlichen und ihren Träumen, unabhängig, unangepasst, unerschrocken zu sein."
(Stuttgarter Zeitung)

"Dass `Bonnie und Clyde´ den Nerv von Jugendlichen und Erwachsenen gleichermaßen trifft, hat viele Gründe. (...) Autor Thomas Richhardt (liefert) eine knackige Vorlage, die den Mythos des Gängsterpärchens aufgreift, deren Morden und Rauben aber keineswegs verherrlicht. "
(Nordwest-Zeitung)

Materialien